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Schulen des Buddhismus


Der Buddhismus lebt heute in einer bunten und bisweilen verwirrenden Vielfalt der Traditionen und Schulen. Sie gehen alle auf die Lehre des Buddha zurück, der immer Toleranz gegenüber anderen Überzeugungen lehrte. Hieraus erklärt sich, dass die Schulen bei allen Differenzen meist friedlich koexistierten.

100 Jahre nach dem Eingang des Buddha in das nibbana, also 383 v.Chr., fand in Vesali das zweite Konzil statt. Hier rezitierten die Mönche die Lehre mündlich (eine schriftliche Überlieferung gab es damals noch nicht). Sie konnten sich über einige Neuerungen der Ordensregeln (vinaya) nicht einigen, was zur Spaltung der Mönchsgemeinde führte:

Die Bewahrer der Lehre des Ur-Buddhismus (theravada) nannten sich Theravadin, "Anhänger der alten Lehre", während die Neuerer sich als "Große Gemeinde (Mahasanghika)" titulierten. Ihre Lehre wird als die des "Großen Fahrzeugs (mahayana)" bezeichnet. (Der Begriff "hinayana" = "Kleines Fahrzeug" als Gegensatz zum mahayana ist unglücklich und sollte daher möglichst vermieden werden.)

Der heute wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Hauptrichtungen liegt darin, dass die Thervadin die eigenen Bemühungen eines jeden Wesens zur Befreiung betonen, während der Mahayana deutlicher die Möglichkeit der Hilfe von außen, etwa durch bodhisattvas, herausstellt.

Aus diesen beiden Zweigen des Buddhismus entwickelten sich später eine Reihe von weiteren Richtungen, den jeweiligen Bedürfnissen der Menschen Rechnung tragend.

Diese Entwicklung ist auch heute, zweieinhalb Jahrtausende nach dem Buddha, noch immer nicht abgeschlossen. So werden sich mit großer Sicherheit westliche Ausprägungen bilden, die Lehre des Buddha in unsere Welt integrierend, den Kern aber achtsam bewahrend.