Exkurs: Logik

Logik beschreibt, wie man vernünftige Schlüsse zieht. Es gibt eine ganze Reihe von verschiedenen Logik-Systemen; ich will mich hier auf die klassische Logik beziehen. Hierzu werde ich zunächst mal meine Leser verschrecken. Ein typischer logischer Satz ist:

(A = B) ∧ (B = C) ⇒ (C = A)

Das sieht gruselig aus, sagt aber nichts anderes als: Wenn A gleich B ist und B gleich C ist, dann ist C gleich A. Das ist so einfach und offensichtlich, dass es müßig erscheint, hierüber nur einen Gedanken zu verlieren. A, B und C sind Variablen, können also für ein beliebiges Objekt stehen. Das Zeichen bedeutet und, bedeutet wenn, dann.

Ich weiß aus leidvoller Erfahrung als Nachhilfelehrer in Mathematik, dass sehr viele Menschen (die meisten?) eine unüberwindliche Aversion gegen Formeln und Variablen haben. Ich kann das nicht nachvollziehen, da diese Dinger so ungemein praktisch sind. Ich werde, vordergründig, um die Mathe-Kostverächter zu beruhigen, die Variablen mit konkreten Inhalten füllen:

A  =  Gott
B  =  Jesus
C  =  Papst

Der Satz heißt dann: Wenn Gott gleich Jesus ist und Jesus gleich Papst ist, dann ist Papst gleich Gott. Dieser Satz ist wahr, genau so, wie der folgende wahr ist: Wenn Äpfel gleich Birnen sind und Birnen gleich Keksen sind, dann sind Kekse gleich Äpfeln.

Gott gleich Jesus gleich Papst

Natürlich sind beide Sätze kompletter Blödsinn, sie sind aber im Sinne der klassischen Logik wahr. Das liegt daran, dass sich die Logik nicht um den Inhalt der Variablen kümmert, sondern nur um deren Verknüpfung. Wenn Unsinn verknüpft wird, kommt Unsinn raus, auch wenn die Verknüpfung nach den Regeln der Logik korrekt ist. Wenn also Schlussfolgerungen logisch korrekt sind, ist das nicht hinreichend für die Annahme, dass sie sinnvolle Ergebnisse bringen. Trotzdem ist notwendigerweise die korrekte Anwendung logischer Gesetze zu fordern – dieser Forderung freilich kommen bei weitem nicht alle religiöse Aussagen nach.

Im Zusammenhang mit dem Thema Moral und Ethik sei das Thema Logik hinreichend abgehandelt. Ich möchte aber noch klären, warum ich die Variablen A, B und C mit Gott, Jesus und Papst fülle.

Aus Unsinn kann man korrekt Unsinn folgern.

Religiöse Beweis-führung allerdings geht ihre eigenen Wege:

Logik