Exkurs: Die Bibel

Bibel

Die Heilige Schrift wird noch heute von vielen Menschen als Wort Gottes aufgefasst – man frage mal den Verteiler des Wachturms an der übernächsten Ecke.

Diese Eckensteher geraten immer wieder in Erklärungsnöte, wenn sie mit dem heiligen Text konfrontiert werden – auf einige Widersprüche sind sie geeicht, auf einige nicht. Einen solchen Widerspruch möchte ich hier aufzeigen. Gefunden hat ihn Karlheinz Deschner.

In 2. Samuel 12, 31 heißt es laut Luther:

Aber das Volk drinnen führte er heraus und legte sie unter eiserne Sägen und Zacken und eiserne Keile und verbrannte sie in Ziegelöfen. So tat er allen Städten der Kinder Ammon.

Das ist eine eindeutige Beschreibung eines Völkermordes. Diese, auch von den Nazi-Bischöfen vertretene Ideologie, ist derzeit nicht mehr „in”. Drum heißt es heute schamhaft in allen modernen Bibelübersetzungen:

Auch ihre Einwohner führte er fort und stellte sie an die Steinsägen, an die eisernen Spitzhacken und an die eisernen Äxte und ließ sie in den Ziegeleien arbeiten. So machte er es mit allen Städten der Ammoniter.

Aus einem Genozid wurde per Fälschung der Heiligen Schrift Zwangsarbeit gemacht. Genau so haben die Nazis ihre Konzentrationslager verkauft.

Dieses Beispiel – sehr viel weitere lassen sich finden – zeigt eindeutig: Die Aussagen in der Bibel werden nach Belieben zurechtgebogen. Das geschieht auch in diesem Beispiel, um das Gesicht (und damit die Macht über Gläubige) zu wahren. Das legt nahe, dass die Bibel und Gott zusammen gehören: Die Bibel ist eine Fälschung, Gott ist es auch.