Bild: Auschwitz

Auschwitz

Wikipedia definiert absolut zutreffend:

Der Spruch Arbeit macht frei wurde durch seine Verwendung als Toraufschrift an den nationalsozialistischen Konzentrationslagern bekannt. Durch die Pervertierung der ursprünglichen Bedeutung wird er heute als zynische und Opfer verhöhnende Parole zur Verschleierung der menschenunwürdigen Behandlung in den Konzentrationslagern verstanden, in der Arbeit der Unterwerfung, Ausbeutung, Erniedrigung und Ermordung von Menschen diente.

Das oben verwendete Bild ist manipuliert; es stammt ursprünglich von dem Eingangstor des KZ Auschwitz (siehe unten).

Ich habe mit mir gerungen, dieses fürchterlich geschichtsträchtige Symbol zu verwenden. Meist zeugt das Schwingen der Nazikeule von argumentativer Schwäche. Ich kam zum Schluss, dass das Hiob-Märchen so widerlich ist, dass diese Keule ausnahmsweise mal angemessen ist.

Ich erzähle es noch einmal, wieder abgekürzt (Original in der Bibel). Ich wähle einen Jargon, den die christlichen Kirchen auch gern verwenden, wenn sie sich frisch-jugendlich-volksnah anbiedern wollen. Ich mache das, um den penetranten Weihrauchgestank aus dem Märchen zu vertreiben und um die primitive Brutalität der beiden Verbrecher zu verdeutlichen.

Zwei Typen treffen sich und reden über einen Juden.

Der geht voll ab auf seine Religion.

Pah, nur weil er gut drauf ist. Der ist richtig satt. Fett Knete, Familie intakt, alles paletti. Wir machen diesen Vorzeigejuden mal richtig fertig. Mal sehen, was von seiner Religion dann überbleibt.

Geile Idee! Das ziehn wir durch.

Und sie ziehen das durch. Volles Programm: Erst wird er enteignet. Dann geht es mit dem Morden los: Erst das Personal, dann die zehn Kinder. Alle gekillt, einfach aus Bock. – Na ja, waren Juden. Und es geht ja um eine Wette, eine richtig geile Wette.

Der Jude hat immer noch nicht genug. Wir machen ihn jetzt richtig an.

Ok, lass krachen. Aber bring ihn nicht um.

Und sie lassen es krachen. Sie sorgen dafür, dass es ihm schlecht, richtig schlecht geht. Vielleicht noch ätzender: Er hat Freunde, die ihn mit ihren blöden Sprüchen wie selber Schuld! noch mehr runterziehen.

Stell dir vor: Dann nervt mich dieser Jude noch mit seinem Gejammer und fragt, warum ich das mache.

Und – was hast du ihm gesagt?

Ich hab gesagt: Hör zu, Alter. Ich mach das, weil ich's kann. Ich kann alles. Kapiert?

Krass! – Und das hat der einfach so geschluckt? Wir ruinieren ihn wirtschaftlich und gesundheitlich, bringen seine Leute und seine Kinder um. Du sagst: Ich mach das, weil ich's kann. und der Irre schluckt das? Einfach so?

Abgefahren, oder? Warum der das durchzieht, kapiert keiner. Aber ok. Respekt! Soll er seinen Reichtum wieder haben, doppelt. Und auch neue Kinder.

Klar: Das gemordete Personal und die früheren Kinder werden nicht wieder lebendig. – Egal. Waren ja Juden.

Dieses Märchen ist in seiner Widerwärtigkeit kaum zu erreichen. Die biblischen Märchererzähler und die Nazis haben es geschafft:

Auschwitz

Das wollte ich verdeutlichen.

Vor geraumer Zeit habe ich mich mit dem Hiob-Märchen aus ganz anderer Perspektive auseinandergesetzt, nämlich aus buddhistischer.