Vorbemerkungen

Die Gleitflächen unserer Gelenke sind mit Knorpel überzogen. Aus verschiedenen Ursachen kann es zu einer Schädigung dieser Gleit- und Pufferschicht kommen. Der Knorpel wird dann, soweit dem Körper möglich, wieder aufgebaut. Dieser neugebildete Knorpel [Faserknorpel] ist im Vergleich zu unserer Erstausstattung [Glasknorpel] zwar weniger belastbar aber sicher besser als gar keiner. Darum versucht man, die Knorpelneubildung anzuregen. Das kann man mit Bohrungen, die im Bereich des Defektes gesetzt werden, versuchen [Pridie-Bohrung] oder auch indem man in den Knochen unterhalb des defekten Korpels kleinste Einbrüche erzeugt [Mikrofrakturierung]. Leider bringt das nicht immer das gewünschte Ergebnis. Noch weit weniger taugen Knorpel aufbauende Medikamente. Die als "alternativ" bisweilen verhökerten Gelatine-Behandlungen sind schlicht Quatsch (und nach BSE auch nicht mehr "in").
Als echte Alternative ist in letzter Zeit die Knorpel-Transplantation in der Diskussion. Erste Versuche scheinen recht gute Resultate zu bringen, Langzeitergebnisse liegen allerdings zumindest bei der Zelltransplantation noch nicht in ausreichender Zahl vor. Im Gegensatz zu den euphorischen Meldungen, die nach Zeilen und nicht nach Seriosität bezahlte Journalisten der Regenbogenpresse verbreitet haben, eignen sich die Methoden der Transplantation nicht für jeden Knorpelschaden, sondern sind an klare Voraussetzungen gebunden.

Es gibt zwei Methoden der Knorpel-Transplantation, die ich hier kurz vorstellen will:

Die Transplantation von Knochen-Knorpel Zylindern

Transplantation von Knorpel-Knochen Zylindern
Bei dieser Methode wird aus einem wenig belasteten Anteil des Gelenkes ein Knorpel-Knochen Zylinder entnommen und in den Defekt wie ein Dübel eingebracht. Bei größeren Defekten (bis zu 3 cm²) ist es erforderlich, mehrere solcher Zylinder zu transplantieren [Mosaik-Plastik], wie die Abbildung zeigt.

Die Zell-Transplantation

Transplantation von Knorpel-Zellen
Bei dieser Methode [ACT = autologe Chondrozyten-Transplantation] werden intakte Knorpelzellen vom Patienten gewonnen und mittels der Methoden der Gentechnologie kultiviert. Diese Zellkultur wird dann auf den Knorpeldefekt gebracht. Damit sie dort bleibt und anwachsen kann wird der Defekt zuvor mit einem Lappen aus Knochenhaut [Periost] abgedeckt. Diesen Lappen kann man z.B. aus dem Schienbeinkopf gewinnen. Er wird an den Rändern des Defektes angenäht und verklebt.
Wer mag, der kann sich entsprechende OP-Bilder ansehen.

Einschränkungen

Um es noch einmal zu betonen: Die Knorpelzelltransplantation ist kein Allheilmittel! Sie ist an Voraussetzungen gebunden: Hieraus ergeben sich klare Kriterien für Patienten, bei denen dies Methode nicht sinnvoll ist: